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A Couple of Men
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Gay Pride Trips

Gay in Laos LGBT between tolerance and acceptance © Coupleofmen.com

Schwul in Laos: LGBTQ+ Community zwischen Toleranz & Akzeptanz

Die Demokratische Volksrepublik Laos, kurz auch einfach nur Laos genannt, hat den Ruf, eines der tolerantesten kommunistischen Länder für die LGBTQ+ Community zu sein, andererseits zeigt sich schon bei ersten Recherchen: Die Online-Trefferquote für LGBT Themen ist verschwindend gering. Listete Google vergleichsweise in Vietnam zahlreiche Videos von LGBT-Serien oder Pride Events, so sind die Ergebnisse für Laos kaum der Rede wert.

Bezeichnend für die Situation der LGBTQ+ im Land, wie sich später zeigen wird... Couple of Men Reporterin Sarah war als allein reisende Frau in dem asiatischen Land unterwegs und hat sich ein Bild über die Lage der LGBTQ+ Community in Laos machen können. Nach Georgien, dem Libanon, Myanmar, Vietnam, Kambodscha und Russland, analysiert sie nun das Land zum Thema Schwul und LGBTQ+ in Laos für Couple of Men.

 

 

 

Streetscene of Luang Prabang in Laos, South East Asia

Straßenszene in Luang Prabang in Laos, Südostasien

 

Proud To Be Us: Erste & einzige Organisation für LGBT-Rechte

Eine Organisation gibt es aber doch in Laos, die sich für LGBT im Land einsetzt. Gegründet wurde sie im Jahr 2012 durch Anan Bouapha. Dieser klärt jedoch im Gespräch auf, dass es sich bei Proud to be us (PTBU) nicht um eine NGO handelt. „NGO unterliegen in Laos der staatlichen Kontrolle. Daher bezeichnen wir uns als Civil Society Organization (CSO).“ Auch das Wort Aktivismus wird nicht verwendet. Stattdessen weichen die LGBT-Rechtler in Laos auf das vagere Wort Advocacy (dt. Eintreten oder Fürsprache) aus.

Mit der Unterstützung der US-amerikanischen Botschaft in der Hauptstadt Vientiane, motiviert durch den Einsatz für LGBT-Rechte der damaligen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, organisierte PTBU im Jahr 2017 das erste Pride Event in der Geschichte des Landes durch. Allerdings handelte es sich dabei nicht um eine öffentliche Parade, sondern um ein Fest sexueller Vielfalt auf dem Sportplatz des Botschaftsgeländes. Über den Tag verteilt wurden mehr als 300 Besucher gezählt. „Ein Festumzug wäre in Laos wegen der Gesetzeslage nicht möglich. Gruppen von mehr als 20 Personen werden als unautorisierte Demonstration gewertet.“ Auch heute, drei Jahre danach, glaubt Bouapha nicht, dass die Regierung eine Genehmigung für eine Parade erteilen würde.

 

Einmalig schöne Naturlandschaften in Laos

Einmalig schöne Naturlandschaften in Laos

 

Trotzdem hat die laotische Regierung mittlerweile die Verhütung von HIV/AIDS in ihre Agenda aufgenommen. So verfolgt das Gesundheitsministerium mittlerweile den National Strategic Plan on HIV/AIDS Prevention. Weiter sind Konzepte zur Aufklärung in Schulen geplant, da sexuelle Diversität, Geschlechtskrankheiten und Verhütung bisher nur marginal angesprochen werden. Zudem wurde auch der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie, der in Laos erstmals 2015 stattfand, im staatlichen Fernsehen übertragen. Die Veranstaltung von 2017 wurde auch von einigen Vertretern des Auslandsministeriums besucht. Bouapha ist es in diesem Zusammenhang wichtig, das gute Verhältnis von PTBU zur laotischen Regierung hervorzuheben. „Wir sind sehr dankbar für deren Akzeptanz und die guten Initiativen, denn dadurch ändern sich Dinge. Ohne diese Unterstützung und ohne die Erlaubnis der Regierung wären wir nicht so weit gekommen. Die Strategie von PTBU ist es, ein freundschaftliches Verhältnis zur Obrigkeit aufzubauen, um ein positives Umfeld zu schaffen.“

 

Schwul in Myanmar Schwul im Libanon Schwulsein in Russland A Gay Kiss during our Gay Travels to Spain | Spartacus Gay Travel Index 2019 © Coupleofmen.com

Spartacus Gay Travel Index © Coupleofmen.com

Gay Travel Index 2020

Die jährlich aktualisierte Rangliste des Gay Travel Index für 2020 von Spartacus informiert Reisende über die Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender in 202 Ländern und Regionen verteilt auf die ganze Welt. Welche Länder sind schwulenfreundlich? Wo müssen LGBTQ+ Reisende besonders aufpassen?

 

Politische Wasser testen

Politischer Aktivismus und öffentliche Einforderungen der eigenen Rechte sind in Laos allerdings nach wie vor schwierig. „Viele von uns haben von ihrer Großeltern- und Elterngeneration gelernt, dass es riskant sein kann, den Mund aufzumachen,“ sagt der Gründer von PTBU. Deswegen raten viele jungen Menschen in der Familie immer noch dazu, lieber still zu sein, um keinen Ärger zu provozieren. Auch die Anzahl der LGBT-NGOs in Laos (zur Erinnerung: es gibt nur eine), verdeutlicht die Unsicherheit der Bevölkerung, für politische Belange einzustehen. „Menschen haben Angst, sich für ihre Herzenssachen einzusetzen. Sie wollen lieber erst einmal die Wasser testen, um zu sehen, wie die Regierung reagiert“, so Bouapha.

 

Proud to be Us (PTBU) - LGBTQ+ in Laos

Proud to be Us (PTBU) – Schwul und LGBTQ+ in Laos

 

Und das obwohl Homosexualität in Laos nicht als illegal gilt. Anders als in ehemaligen britischen Kolonien mit ihren strengen Schwulengesetzen, zeigte sich die französische Vorherrschaft vergleichsweise liberal. „In Laos wird niemand von der Polizei einzig fürs Schwulsein verhaftet“, erklärt der Aktivist. Homosexuellen ist es auch gestattet, in der Armee zu dienen und Transgender-Personen betreten Tempel in traditioneller Kleidung. Anti-Diskriminierungsgesetze gibt es allerdings nicht.

 

Schwulsein in Myanmar

Handtaschenweitwurf und Wettrennen in Stöckelschuhen. Das sind Aufnahmen der Drag Queen Olympics in Yangon, in Myanmar. Dem Land, das umgangssprachlich auch Birma oder Burma bezeichnet wird und das in Südostasien immer noch zu den konservativsten zählt. Das Leben für LGBTQ+ Menschen hier ist alles andere als einfach.

Gay in Myanmar, also known as Birma in Asia

Wie sicher ist es, in Myanmar schwul zu sein?

 

Unverständnis und Diskriminierung

LGBT ist ein Thema, das in Laos in der Öffentlichkeit so gut wie nie zur Sprache kommt. Das kann auch Lattavanh Sengdala aus ihrer persönlichen Erfahrung bestätigen. „Ich bin eine Transfrau, meine Schwester ist ein Transmann, aber meine Familie hatte kein Verständnis dafür, was LGBTQI eigentlich bedeutet. Damals waren nur die Begriffe Kateray (Transfrau) und Tom (Lesbe oder Transmann) vage bekannt“, berichtet sie im Interview. „Oftmals erklären Eltern ihren Kindern auch, dass es gefährlich ist, LGBT zu sein, weil Mitglieder der Community stehlen würden oder in Drogenhandel involviert wären.“

Auch in der Schule gab es wenig Verständnis für sexuelle Diversität, da meist nur das Thema Fortpflanzung thematisiert wurde. „Als ich 10 Jahre alt war, wollten die anderen Kindern in der Schule mir mit Gewalt die Hose ausziehen, weil sie meine Genitalien prüfen wollten“, erinnert sich Sengdala. „Ich konnte weder mit meinen Eltern noch mit den Lehrern darüber sprechen. Denn oft beteiligen sich die Lehrer auch an dem Mobbing und der Diskriminierung. In der Highschool hat ein homophober Lehrer einmal bei einem Angriff meine Sonnenbrille zerbrochen.“

In der Schulzeit begann sie sich für die Themen Drogenmissbrauch und Menschenhandel zu engagieren und erfuhr durch einen Freund aus der Schwulen-Community vom HIV-Präventionsprogramm im New-Friends Drop-in Gesundheitszentrum, wo sie als Freiwillige einstieg. Aktiv wurde sie auch als Projektleiterin bei PTBU, wo sie bei der Übertragung im öffentlichen Fernsehen anlässlich des Tages gegen Homo- und Transphobia erklärte, stolz auf ihre Identität zu sein. Mittlerweile hat Sengdala ihre Arbeit bei PTBU jedoch beendet und strebt eine Karriere im Modebereich an. Teil ihres eigenen Projektes sind auch kostenlose Schneider-Workshops für LGBT, im Besonderen Transfrauen.

 

 

Schwul in Vietnam Gay in Vietnam, the new LGBTQ+ paradies in Asia?

Wie sicher ist es, in Vietnam schwul zu sein?

Schwulsein in Vietnam

In Südostasien ist Homosexualität vielfach noch illegal und wird als Krankheit oder Bestrafung für Sünden in einem früheren Leben verstanden. Doch die LGBT-Aktivisten in Vietnam haben ihren eigenen Weg gefunden, um die Lage für die Community zu verbessern.

 

Karriere als LGBT: Süß, aber nicht professionell

Diskriminierungen und Einschränkungen erleben Mitglieder der LGBT-Community in Laos auch verstärkt im professionellen Bereich.

Erhebungen einer vom Staat beauftragten Untersuchung der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität Vientiane zeigen, nach Angaben von Bouapha, dass mehr als die Hälfte der LGBT überdurchschnittliche lange brauchen, bis sie einen Job gefunden haben. Dies betrifft im Speziellen Transgender-Frauen, deren Zugang zum Arbeitsmarkt oftmals auf Stellen mit niedrigen Einkünften und wenig Karrierechancen begrenzt sind. „So arbeitet eine Transfrau mit Universitätsabschluss trotzdem im Reinigungsservice eines Hotels“, sagt der Menschenrechtler.

Wenn es überhaupt zu so weit kommt, dass Trans-Menschen ihren Uniabschluss machen, erklärt Sengdala. Denn viele würden ihr Studium frühzeitig abbrechen. Grund dafür sind die staatlichen Schuluniformen. Männer tragen dabei Hosen, Frauen die in Laos typischen langen Röcke und lange Haare. Wer sich entsprechend seiner sexuellen Identität kleiden und ausleben wolle, ecke unweigerlich an.

 

Schwul in Laos - ein Land voller Gegensätz und einmalig schöner Natur

Laos – ein Land voller Gegensätz und einmalig schöner Natur

 

Dies hängt auch zusammen mit einer bestimmten Vorstellung von LGBT in der laotischen Gesellschaft. Oftmals werden in diesem Zusammenhang die Worte „fröhlich“, „lustig“ und „unterhaltsam“ genannt. „Menschen verbringen gerne Zeit mit Schwulen, weil wir angeblich für gute Laune sorgen. Deswegen sieht man sie auch in Jobs in der Unterhaltungsindustrie, aber einen schwulen Mann als Chef einer Bank oder als Arzt kann sich niemand vorstellen,“ sagt Bouapha. Dies steht nach Einschätzung des Aktivisten in direktem Zusammenhang mit der thailändischen Popkultur, da gerade in Filmen und Serien der Stereotyp des schwulen besten Freundes auf die Spitze getrieben werde.

Innerhalb der LGBT-Community hätten Transmenschen außerdem mit zusätzlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, weil sie sich nicht, wie beispielsweise Schwule oder Lesben, als Cisgender getarnt in die heterosexuelle Norm der Arbeitswelt mischen können. „Deswegen bleiben eigentlich nur Jobs in Schönheitssalons, im Fashion Design, in Restaurants oder in der Sex-Industrie als Möglichkeiten übrig“, sagt die Aktivistin.

 

Schwulsein im Libanon

Der Libanon hat den Ruf in der Region des Nahen Ostens, von allen Ländern noch das Liberalste zu sein, wenn es um die LGBTQ+ Community im Allgemeinen geht. Das heißt aber noch lange nicht, dass durch das Gesetz sowie konservative Strömungen innerhalb der Gesellschaft die Situation für LGBTQ+ im Libanon einfach ist.

Schwul in Myanmar Schwul im Libanon: LGBTQ+ zwischen Religion, Gesellschaft & Aufbruch auf Couple of Men

Leben als LGBTQ+ im Libanon

 

Schwul in Laos: LGBT Akzeptanz durch mehr Sichtbarkeit

In Laos finden sich LGBT also in einer Situation, wo Diversität und Sexualität in der Öffentlichkeit wenig Raum und Aufmerksamkeit gegeben wird. Daher stellt sich nun die Frage, inwieweit wirklich von Akzeptanz die Rede sein kann, wenn etwas ohnehin nicht sichtbar ist und das wenige, was erkennbar ist, gänzlich verniedlicht wird anstatt ernst genommen zu werden. Zumindest dürfte dieser Zustand das Reisen nach Laos für internationale LGBT aber verhältnismäßig sicher machen, auch wenn Zurschaustellung von Zuneigungen in der Öffentlichkeit ohnehin nicht üblich sind. Für die Einheimischen bleibt die Lage aber schwierig. Selbst wenn Gesetze Homosexualität den legalen Status garantieren, so ist es doch bis zur Gleichberechtigung noch ein sehr weiter Weg. Denn dafür braucht es noch größere Sichtbarkeit.

 

Schwul in Laos Die aktuelle Lage der LGBTQ+ Community - Reisehinweise

Schwul in Laos: Die aktuelle Lage der LGBTQ+ Community – Reisehinweise

 

Reiseplanung: Auswärtiges Amt Kambodscha | Wikipedia LGBT rights in Cambodia | Laos TourismWorldNomads

Fotoquelle: Proud To Be Us (PTBU) / Unsplash
Infoquelle: Proud To Be Us (PTBU) / Wikipedia

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Mehr über Sarah

Die erste Frau bei Couple of Men. Mein Name ist Sarah und ich komme aus Deutschland. Bisher habe ich in Tschechien, Spanien und den Niederlanden gearbeitet und wohne seit fünf Jahren in Amsterdam. Ich bin Journalistin und seit 2016 selbständig. Ich schreibe am liebsten über Themen, die ich persönlich für wichtig halte, wie Menschenrechte, Frauenrechte, LGBTQ+ Rechte, Politik und Umweltschutz und hoffe, für diese Themen mehr Aufmerksamkeit zu erreichen. Das Beste an meiner Arbeit ist allerdings, dass ich zum digitalen Nomaden werden kann, wann immer mir danach ist. Vielleicht schreibe ich also den nächsten Artikel für Couple of Men von einem Strand in Argentinien aus.

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