Big Bear Lake ist einer dieser Orte in Südkalifornien, die man nicht wirklich versteht, bevor man sie erlebt hat. Auf über 2.000 Metern Höhe wartet ein LGBTQ+-freundliches Naturparadies im Südwesten der USA, das im Herbst in kräftigen Farben leuchtet. Zwischen klarer Bergluft, ruhigen Seen, gemütlichen Cabins und einer entspannten Atmosphäre bietet Big Bear Lake genau die Momente, die queere Reisende auf einem Roadtrip suchen: Entschleunigung, Romantik und Naturerlebnisse, die lange nachwirken. LGBTQ+-Reisen nach Big Bear Lake sind weder laut noch städtischer Hektik – und genau das macht sie so besonders. Wer nach Tagen in Los Angeles oder Palm Springs wieder atmen möchte, findet hier den perfekten Ort. Wir nehmen dich mit nach Südkalifornien und geben dir als Couple of Men die passenden Gay und LGBTQ+ Reisetipps für Big Bear Lake.
– bezahlte Zusammenarbeit mit Visit California & Visit Big Bear Lake

Warum Big Bear Lake für LGBTQ+ Reisende so besonders ist
Als LGBTQ+-Reiseblogger, die seit über zehn Jahren queerfreundliche Reiseziele weltweit erkunden, wissen wir: Der Herbst in Kalifornien – besonders am Big Bear Lake – klingt für viele erst einmal ungewöhnlich, schließlich denkt man bei dieser Region eher an Wüste, Strände oder palmengesäumte Straßen. Doch Big Bear Lake zeigt eine gänzlich andere Seite des Golden States: goldene Wälder, kühle Abende, Bergpanoramen und eine Ruhe, die sich wie ein Gegenentwurf zur Metropole Los Angeles oder dem Hotspot für die queere Community, Palm Springs, anfühlt.
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Für uns als schwules Paar war eine LGBTQ+-Reise nach Big Bear Lake ein Geschenk mitten auf unserem Roadtrip: ein schwulenfreundliches Reiseziel zum Durchatmen, zum Ankommen und zum gemeinsamen Energietanken. Gleichzeitig ist Big Bear Lake eine Region, in der wir uns willkommen fühlen – egal ob beim Dinner, im The Village oder unterwegs in der friedlichen Natur.
Vom Stadttrubel in die Bergwelt von Big Bear Lake
Nach ein paar erlebnisreichen Tagen in West Hollywood – mit Menschen überall, Events, Drinks und diesem schnellen L.A.-Tempo, das uns gleichzeitig elektrisiert und auch ein wenig erschöpft hat – tat es gut, das Stadtleben hinter uns zu lassen. Wir packten das Auto, setzten uns in den Nachmittagsverkehr und rollten auf den mehrspurigen Highways hinaus aus Los Angeles. Auch wenn die Strecke nach Big Bear Lake nur rund zwei Stunden dauert, fühlte sich die Fahrt durch den schier endlosen Großraum wie ein eigener kleiner Marathon an: dichter Berufsverkehr, fünf oder sechs Spuren nebeneinander und immer wieder zäh fließender Verkehr.
Doch mit der richtigen Musik, einer Portion guter Laune und der Sonne im Rücken, die durch die Heckscheibe in den Rückspiegel blinzelte, konnte einfach nichts schiefgehen. Erst als wir die Stadtgrenzen endlich hinter uns hatten, konnten wir tief durchatmen – den gay-friendly Bergort in den San Bernardino Mountains im Navi als Ziel.

Herbstfarben & Höhenmeter – Ruhe & Natur pur
Mit jeder Meile Richtung Nordosten veränderte sich die Umgebung und wir merkten, wie gut uns dieser Kontrast zwischen West Hollywood und den Bergen tat. Für unseren Roadtrip durch Südkalifornien war Big Bear Lake der Ort, an dem wir ankommen und durchatmen wollten. Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Doch dazu bald mehr.
Auf unserer Fahrt in die Berge, noch bevor die Straße ernsthaft anstieg, machten wir ein paar Mal Halt, um Lebensmittel fürs Frühstück und das Abendessen für die kommenden Tage einzukaufen. Dann ging es nur noch bergauf. Die Serpentinen führten uns in die Berge, während die Landschaft mit jedem Höhenmeter herbstlicher wurde. Das trockene Buschland verwandelte sich in Wälder, deren Blätter in typischen Herbstfarben leuchteten. Die Luft kühlte deutlich ab – von der warmen Großstadt hin zu frischen, fast herbstlichen 10 bis 15 Grad Celsius.
Die Sonne stand bereits tief und blendete Karl manchmal beim Umfahren der zahlreichen, teils engen Kurven. Kurz vor dem Plateau hielten wir an einem kleinen Aussichtspunkt: Unter uns lag das gesamte Los-Angeles-Becken, eingefasst von einer dünnen Hochnebelschicht, während die Bergspitzen wie Inseln aus dem Dunst ragten. Hinter uns glühten die Wälder in Herbstfarben, ein erster Moment des Durchatmens auf unserem LGBTQ+-Roadtrip durch Südkalifornien. Next Stop: Big Bear Lake.
Erste Eindrücke am See Big Bear
Und plötzlich lag er vor uns: Big Bear Lake, einer der bekanntesten Bergseen Südkaliforniens. Auf 2.058 Metern Höhe gelegen, also etwa 6.752 ft, gilt Big Bear Lake als beliebtes Reiseziel für die Kalifornier selbst und natürlich auch für LGBTQ+-Reisende, die Natur, Ruhe und Herbstfarben suchen. Als wir um die letzten Kurven in die Ortschaft fuhren, wurde es langsam dunkel. Die Lichter gingen an, die Straßen waren ruhig und es waren kaum Autos unterwegs. Auch die Restaurants füllten sich früh; Menschen spazierten eingemummt durch die Abendkälte. Es fühlte sich an wie ein Ausatmen, ein Loslassen der Geschwindigkeit der Vortage. Genau der Kontrast, den wir nach West Hollywood gebraucht hatten.
Unterkunftstipp: N+P Boutique Lodge Big Bear Lake
Kurze Zeit später erreichten wir die kleine, LGBTQ+-freundliche Design-Boutique-Lodge N+P mit ihren modern eingerichteten Cabins. Die einzelnen Häuschen lagen im Wald nebeneinander, jeweils mit einem eigenen Parkplatz dazwischen. Abends waren die Wege zwischen den Cabins mit warmen Lichterketten beleuchtet, und die kleinen, von unten sacht beleuchteten Bäumchen vor den Häusern leuchteten in kräftigem Rot – genau die herbstliche Stimmung, die wir uns für Big Bear Lake erhofft hatten.

Die Eigentümer haben jede Cabin einem Familienmitglied gewidmet und entsprechend gestaltet. Unsere Unterkunft, die Hütte Otto’s Chalet, war dem Großvater gewidmet und komplett in dunkelgrünen und braunen Waldtönen gehalten. Überall fanden wir Bilder von Förstern, Jägern, Wildtieren und sogar alte Bücher aus den Alpen und Deutschland – ein Stil, der perfekt zu Karl passte, dessen Vater Förster gewesen war. Wir haben uns sofort wohlgefühlt.
Alle unsere Hütten sind nach geliebten Familienmitgliedern benannt und thematisch gestaltet. Damit ehren wir alle noblen Männer (Noble Men) und würdigen Frauen (Proper Women) in unseren Leben. Ihr Vermächtnis lebt in jedem Design weiter.
N+P Boutique Lodge, Big Bear Lake
Schlafen im Jägerstil
Nach dem Eintreten standen wir im Wohnzimmer mit einer bequemen Couch, Sesseln und einem kleinen Essbereich. Dahinter lag eine kompakte Küche. Kochen konnte man hier nicht richtig, aber es gab alles für einfache Mahlzeiten: Mikrowelle, Mini-Ofen, Kaffeemaschine, Wasserkocher und einen großen Kühlschrank. Auch Geschirr und Besteck waren stilistisch aufeinander abgestimmt. Das Badezimmer im Erdgeschoss war warm beleuchtet, modern und überraschend geräumig.
Über die Treppe gelangten wir in zwei Schlafzimmer und eine zusätzliche Toilette. Wir entschieden uns für das kleinere, ruhiger gelegene Schlafzimmer auf der Rückseite des Hauses, weil wir dort mit offenem Fenster schlafen konnten und so die Waldluft ins Zimmer gelangte. Das Bett war super bequem, die dunklen Farben, Lampen und Bilder harmonierten perfekt miteinander und schufen genau die Atmosphäre, die wir uns für ein paar ruhige Pärchentage gewünscht hatten.

Wichtig zu wissen über die N+P Lodge
Das kleine Resort liegt zwar im Wald, aber in der Nähe befindet sich eine Sportanlage, auf der morgens Schulsport stattfinden kann. Wir haben davon zwar nicht allzu viel mitbekommen, außer ein paar Rufe von ehrgeizigen Sportler:innen. Doch das hat uns überhaupt nicht gestört. Die meiste Zeit haben wir ohnehin drinnen verbracht, wenn wir nicht gerade draußen in Big Bear unterwegs waren. Unten im Wohnzimmer konnten wir den Gasofen einschalten, der das Haus angenehm wärmte.

Wir hatten ein paar Kerzen dabei und haben uns so einen kleinen romantischen Herbstabend eingerichtet. Auf der Terrasse mit dem Grill waren wir wegen der Temperaturen nicht, aber es wäre definitiv eine Option für wärmere Monate. Fahrräder standen ebenfalls zur Verfügung, aber eine Radtour stand für uns nicht auf dem Programm. Trotzdem ein schönes Extra für alle, die Big Bear Lake gern mit dem Bike erkunden wollen.
Willkommens-Dinner im Oakside Grill
Nach dem Auspacken und Einrichten in unserer Unterkunft machten wir uns auf den Weg zu unserer Reservierung im Oakside Grill, einem der stimmungsvollsten Restaurants im Dorf. Das Gebäude wirkte von außen schon ein wenig wie ein klassisches Bergrestaurant, und auch innen setzte sich dieser Eindruck fort: oben eine lebendige Sportsbar, unten ein warmes, komplett in Holz gehaltenes Restaurant mit großen Fenstern und einer Terrasse, die sogar im Herbst durch den Einsatz von Wärmepilzen geöffnet war.


Wir entschieden uns aber für einen Platz drinnen, direkt am Fenster. Daan bestellte eine frisch zubereitete vegetarische Pasta, während ich mich für einen fleischlosen Burger mit knusprigen Süßkartoffelfritten entschied. Dazu gab es für uns beide ein lokales Bier – genau das Richtige nach diesem langen, eindrucksvollen Tag. Die Atmosphäre war entspannt, mit typisch amerikanischer Musik aus den 80ern und 90ern, zu der wir immer wieder leise mitsangen, während wir auf das Essen warteten.
Dabei mussten wir immer wieder an die Restaurants in klassischen Wintersportorten der Alpen oder der Rocky Mountains denken. Auch wenn draußen noch kein Schnee lag, hatte der Abend für uns schon etwas von Winterromantik. Eine klare Empfehlung für alle, die in Big Bear Lake gut und gemütlich essen möchten.

Ein ruhiger Morgen in den Bergen
Nach dem Abend im Oakside Grill fuhren wir zurück in unsere Unterkunft und fielen sofort ins Bett. Müde, zufrieden und glücklich darüber, endlich dieser Ruhe in den Bergen näherzukommen. Der nächste Morgen begann ohne Wecker – wir wachten langsam auf, begleitet von einem hellen, freundlichen Herbstlicht, das durch die Fenster fiel. Erst jetzt konnten wir die kleine Boutique-Lodge und das gesamte Resort bei Tageslicht richtig wahrnehmen: die farbigen Blätter, die kleinen Häuschen zwischen den Bäumen, die frische Bergluft, die sofort ins Zimmer strömte, sobald wir das Fenster öffneten.
Wir machten uns ein gemütliches Frühstück, stellten den Gaskamin an und saßen in unseren weißen Long Johns – diesen gemütlichen Ganzkörper-Unterhosen, die wir gern für kühle Herbstmorgen auf unseren queeren Reisen dabeihaben – am Küchentisch. Kaffee für mich, Tee für Daan, dazu ein frisches Müsli mit Obst und das Gefühl, wirklich angekommen zu sein.

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Lunch bei De La Nonna direkt am Big Bear Lake
Nach unserem gemütlichen Morgen packten wir die Rucksäcke: Kamera, Wasser, ein paar Snacks – und natürlich beste Laune. Von der Unterkunft aus liefen wir entspannt hinunter zum kleinen Hafen von Big Bear Lake. Jetzt im Herbst schien die Szenerie eine ganz andere zu sein als im Sommer: Viele Boote waren bereits aus dem Wasser geholt oder sorgfältig für den Winter eingepackt. Andere lagen noch ruhig im Hafen, bereit für die letzten warmen Tage der Saison. Trotz des nahenden Winters hatten wir an diesem Tag angenehme 18 bis 20 Grad, strahlende Sonne und dieses weiche Herbstlicht, das alles ein wenig goldener wirken lässt.

Nach einem kurzen Spaziergang entlang des Wassers erreichten wir unseren ersten Stopp: De La Nonna, das direkt neben dem frisch renovierten Marina Riviera Hotel liegt. Dort entschieden wir uns für eine Pizza Focaccia und eine Portion Pasta – einfach, aber richtig gut. Dazu gab es etwas unerwartetes als Getränk: ein Pickle Beer, also Saure-Gurken-Bier. Wie wir von der freundlichen Bedienung erfuhren, war dies ein Klassiker aus Illinois. Der Geschmack war im ersten Moment ungewohnt, fast witzig, aber irgendwie passte es perfekt zu diesem sonnigen Herbstmittag am See. Mit der warmen Sonne im Rücken und dem Blick über das Wasser war das ein wunderbarer Start in unseren ersten richtigen Tag am Big Bear Lake.

Mineshaft Coaster Big Bear Lake – Rodelspaß in den Bergen
Nach dem entspannten Lunch war die Ruhe erst einmal vorbei. Wenn ihr uns kennt, wisst ihr, dass Daan ein großer Freizeitpark- und Achterbahnfan ist – und damit war klar, dass wir die Big-Bear-Sehenswürdigkeit Mineshaft Coaster nicht auslassen konnten. In Europa würde man wohl „Sommerrodelbahn“ dazu sagen, aber hier ist es ein echter Alpine Coaster: eine selbst steuerbare Bergabfahrt, die sich durch Wälder und über kleine Hänge windet, immer mit Blick auf den See und die umliegenden Berge. Nach einer kurzen fünfminütigen Autofahrt sahen wir auch schon das große Bärenschild am Wegesrand.

Wir hatten Glück, denn an diesem ruhigen Herbsttag war kaum etwas los. So konnten wir den Coaster mehrmals fahren – jedes Mal ein wenig schneller, jedes Mal mit mehr Herbstwind im Gesicht. Die Strecke führte durch farbenfrohe Laubbäume, die in Rot, Gelb und Orange leuchteten. Zwischen den Kurven öffneten sich immer wieder weite Blicke über den Big Bear Lake und die Berge dahinter. Ein kurzer Adrenalinkick, perfekt für alle, die Natur und Action gern verbinden. Definitiv einer unserer LGBTQ+ Reisetipps, die Big Bear Lake nicht nur von seiner ruhigen, sondern auch von seiner spielerischen Seite erleben möchten.
Drinks & Dinner im Peppercorn Grill
Lachen und frische Bergluft machen hungrig. Passend dazu hatten wir eine Reservierung im Peppercorn Grill im Big Bear Lake Village. Das Restaurant zählt zu den Fine-Dining-Adressen im Ort und bietet bereits mittags eine vielseitige Auswahl. Wir waren etwas früh dran und starteten den Abend mit alkoholfreien Getränken und Mocktails an der Bar. Die freundliche Bedienung setzte uns an einen Fensterplatz, von dem aus wir das ruhige Abendleben im Village beobachten konnten – Menschen auf dem Weg zum Dinner, der Duft von Herbst in der Luft und die warmen Lichter der Straßenlaternen.

Zum Essen gab es für Daan eine vegetarische Pizza mit wunderbar knusprigem Teig, während sich Karl für ein Club-Sandwich mit Kartoffelecken und Caesar-Salat entschied. Ein leckeres Comfort-Food-Abendessen, perfekt nach einem aktiven Tag draußen. Alles war köstlich und die Stimmung entspannt – genau das, was wir uns für den Abend gewünscht hatten.

Bowling Barn: ein klassischer USA-Abend
Satt, aber noch nicht müde, entschieden wir uns nach dem Dinner für ein typisches amerikanisches Abendprogramm: Bowling. Die „Bowling Barn“ (wörtlich übersetzt Bowling-Scheune) begrüßte uns bereits draußen mit einem riesigen hölzernen Bären – ein passendes Maskottchen für einen Ort, an dem der Bär nicht nur im Namen, sondern auch allgegenwärtig ist. Drinnen fühlte sich alles herrlich nostalgisch an: leuchtende Bahnen, Gruppen von Freunden und Familien und jede Menge freudiges Gelächter.

Besonders charmant: Selbst die Animationen auf den Bildschirmen waren im Big‑Bear‑Stil gestaltet. Nach jedem Strike tauchte ein mächtiger Bär auf und gratulierte uns zu unserem Wurf. Als schwules Pärchen fühlten wir uns hier genauso willkommen wie überall im Ort – entspannt, unkompliziert und voller Spaß. Wir spielten mehrere Runden, lachten über verpatzte Würfe und feierten die gelungenen umso mehr.


Ein solcher Bowling-Abend in einer US-Destination ist schon etwas Besonderes und daher auch einer unserer Big Bear Lake LGBTQ+ Reisetipps. Zurück in unserer Unterkunft fielen wir satt, zufrieden und leicht erschöpft ins Bett. Ein schöner Tagesausklang und der perfekte Übergang zum nächsten Abenteuer in Big Bear Lake.


Candle-Making im Mystic Moto in The Village
Der nächste Morgen begann wieder ruhig und gelassen. Beim Frühstück beobachteten wir aus dem Fenster kleine Eichhörnchen und Chipmunks, die zwischen den Bäumen jagten und an ihren Frühstückshappen knabberten. Danach hieß es für uns: packen, das Auto beladen und bereit machen für den zweiten Teil unseres Aufenthalts.
Die ersten Tage standen im Zeichen des Entdeckens von Big Bear Lake – jetzt wollten wir in die Natur, zum Wandern und Klettern, um ganz in die farbenfrohe Herbstlandschaft einzutauchen. Für diese Auszeit hatten wir ein Haus direkt am See gemietet, etwas außerhalb des Ortskerns. Bevor wir jedoch in unsere Ferienwohnung einziehen würden, stand etwas auf dem Programm, das perfekt zu dieser romantischen, herbstlich ruhigen Stimmung passte: ein Candle-Making-Workshop bei Mystic Moto.


Vom Peppercorn Grill waren es nur wenige Gehminuten bis zur kleinen Boutique in The Village. Dort nahmen wir an der Candle Bar Platz, schnupperten uns durch verschiedene Duftnoten, wählten Kristalle aus und stellten unsere eigenen Kerzen zusammen. Ein sehr persönliches, kreatives Erlebnis – und ein schöner Moment zu zweit. Während die Kerzen aushärteten, nutzten wir die Zeit für einen Spaziergang durch The Village, machten Fotos vom herbstlichen Bergstädtchen und fanden ein paar Souvenirs.

Indigo Mountain Spa – Entspannung vor dem Hike
Nach rund 30 Minuten konnten wir unsere fertigen Kerzen abholen – das perfekte Mitbringsel und später eine wunderbare Möglichkeit, unser Haus am See mit warmem Licht zu erfüllen. Danach ging es mit dem Auto (etwa 5 Minuten) vom The Village entlang der Hauptstraße zum Indigo Mountain Spa Big Bear Lake.

Hier gönnten wir uns eine entspannende Ganzkörpermassage, ideal, um Körper und Kopf zu lockern, bevor wir am nächsten Tag in die Berge gehen sollten. Eine herrliche Auszeit, die diesen Übergang vom aktiven Entdecken hin zum Naturerlebnis perfekt abgerundet hat. Definitiv einer unserer Big Bear Lake LGBTQ+ Reisetipps für queere Paare auf Reisen hier im Süden Kaliforniens.

Unser Haus am See in Boulder Bay, Big Bear Lake
Gegen 15 Uhr standen wir mit unseren Koffern und Taschen vor unserem Haus am See. In Big Bear Lake gibt es viele private Unterkünfte, darunter einige Travel Proud Properties von Booking.com sowie einige direkt am Wasser gelegen.
Doch unser Haus in der Boulder Bay war etwas Besonderes. Die Bucht ist bekannt für die vielen großen Felsbrocken, die im und rund um den See liegen und ihr ein fast skandinavisches Flair verleihen. Unsere Unterkunft war teilweise direkt auf diesen Felsen gebaut. Von der großzügigen Terrasse und dem kleinen Bootssteg hatten wir einen traumhaften Blick auf die Bucht und das klare Wasser des Big Bear Lakes.

Zum Abendessen nutzten wir die gut eingerichtete Küche und machten uns anschließend für einen Spaziergang rund um Boulder Bay bereit. Hand in Hand liefen wir die kleine Runde entlang des Wassers, während die Sonne gegen 18 Uhr langsam hinter den Bergen verschwand. Nur eine halbe Stunde später lag die gesamte Bucht im Dunkeln – beleuchtet lediglich noch von den Lichterketten der umliegenden Häuser, die sich in der ruhigen Wasseroberfläche spiegelten.

Die Temperatur war über den Tag hinweg angenehm mild, doch am Abend sanken die Werte schnell um gut zehn Grad. Die Nächte in den Bergen sind frisch, selbst im Herbst. Für uns bedeutete das: Zusammenkuscheln, die Fenster einen Spalt offen lassen und den leisen Geräuschen der Natur lauschen. Ein Moment, der sich wie der Beginn eines kleinen Rückzugs anfühlte – genau das, wonach wir gesucht hatten.
Auf in die Natur! Der Berg ruft!
Das Frühstück am nächsten Morgen genossen wir draußen auf der Terrasse, eingehüllt in warme Herbstsonne. Zwei besonders auffällige Vögel – Steller’s Jays, wie sich später herausstellen sollte – sprangen neugierig durch die umliegenden Bäume, beobachteten uns beim Essen und gaben dabei immer wieder ihre krächzenden Rufe von sich, die je nach Situation vollkommen unterschiedlich klangen. Diese Ruhe, die klare Luft und der Blick über die Felsen der Boulder Bay machten es uns leicht, in den neuen Tag zu starten.

Motiviert, mehr von der Natur rund um Big Bear Lake zu entdecken, packten wir unsere Rucksäcke, füllten die Trinkflaschen, verstauten das Kameraequipment und machten uns auf den Weg. Unser erster Stopp war das Big Bear Visitor Center, um aktuelle Informationen zu den Wanderwegen zu erhalten. Unsere Wahl fiel schnell auf den Castle Rock Trail, eine der beliebtesten Routen der Region.

Wanderung durch die Wälder zum Castle Rock
Am neu angelegten Parkplatz begann unsere Wanderung zum Castle Rock – und der erste Abschnitt hatte direkt etwas in sich. Steil, felsig und staubig führte der Weg bergauf. Der Boden war trocken, fast sandig, und wir mussten darauf achten, nicht wegzurutschen. Doch die Landschaft zog uns sofort in ihren Bann: große Felsbrocken, knorrige Wurzeln und die typischen Baumarten der Region – Jeffrey Pines, Ponderosa Pines und California Black Oaks – begleiteten uns auf dem Weg nach oben. Immer wieder öffneten sich kleine Fenster in der Vegetation und ließen einen ersten Blick auf den glitzernden See erhaschen.

In regelmäßigen Abständen zeigten uns mit Draht befestigte Steinsäulen den Weg. Nach rund einer Stunde erreichten wir schließlich eine beeindruckende Felsformation, auf der bereits ein paar Kletterer unterwegs waren. Das musste er sein: Castle Rock. Wie eine steinerne Burg thronte der Fels über dem Wald. Wir umrundeten das Massiv auf der Suche nach einem Aufstieg – denn um ganz nach oben zu gelangen, war eine kurze Kletterpartie nötig. Sie wirkte auf den ersten Blick zwar etwas anspruchsvoll, aber machbar.

Oben angekommen, wurden wir mit einer Aussicht belohnt, die wir wohl nie vergessen werden. Unter uns lag Big Bear Lake, eingefasst von einem herbstlich gefärbten Wald; die Sonne stand warm im Rücken und tauchte alles in goldenes Licht. Wahnsinn. Erst einmal hinsetzen, tief einatmen und genießen. Der perfekte Moment für eine Pause: kleine Tomaten, belegte Brote und – wie es sich für einen richtigen Wandertag gehört – ein gekochtes Ei für jeden von uns. Hier hielten wir eine Weile inne, saßen stillschweigend und Händchen haltend nebeneinander und waren einfach nur da, in den Bergen.


Kurz vor Sonnenuntergang nutzten wir die goldene Stunde für ein paar eindrucksvolle Drohnen- und Fotoaufnahmen für unsere Big Bear Lake LGBTQ+ Reisetipps. Was für ein toller Tag. Der Rückweg gelang uns trotz der einsetzenden Dämmerung problemlos, auch wenn wir erneut bemerkten, wie rutschig der trockene Boden werden kann, wenn das Profil der Schuhe nicht mehr perfekt greift. Auf dem Parkplatz stand unser Auto sicher alleine und wartete geduldig auf uns.

Zurück in unserem Haus am See bereiteten wir ein einfaches, aber köstliches Abendessen zu und kuschelten uns anschließend aufs Sofa, um die Aufnahmen des Tages anzuschauen. Voller Eindrücke, erfüllt von Naturmomenten und müde auf die schönste Weise, fielen wir an diesem Abend besonders schnell in den Schlaf.

3 Reisetipps für LGBTQ+ Reisende in Big Bear Lake
1. Big Bear Alpine Zoo: Ein Besuch der einheimischen Tierwelt Südkaliforniens
Wer die heimische Tierwelt Südkaliforniens aus nächster Nähe erleben möchte, sollte den Big Bear Alpine Zoo besuchen. Der kleine, aber engagierte Zoo ist auf die Rettung, die Rehabilitation und den Schutz verletzter Wildtiere spezialisiert und bietet vielen Tieren, die nicht mehr in die freie Wildbahn zurückkehren können, ein sicheres Zuhause. Hier leben unter anderem Berglöwen, Schwarzbären, Greifvögel, Füchse, Kojoten sowie verschiedene Eulenarten, die in der Bergregion rund um Big Bear Lake heimisch sind.
Der Alpine Zoo vermittelt Wissen über lokale Ökosysteme, zeigt die Herausforderungen des Wildlife-Rescues und bietet eine seltene Gelegenheit, regionalen Tierarten respektvoll zu begegnen. Ein empfehlenswerter Stopp für alle, die Natur- und Tierschutz vereinen möchten.
2. Big Bear Romp: Gay Bear Event in den Bergen Südkaliforniens
Big Bear Lake ist nicht nur ein Rückzugsort für Natur- und Outdoor-Fans, sondern auch ein beliebtes Ziel innerhalb der internationalen Gay-Bear-Community. Jedes Jahr im August findet hier das Big Bear Romp statt – ein mehrtägiges Event mit Partys, Outdoor-Aktivitäten, Meet-ups und einem entspannten, community-orientierten Programm. Der Mix aus Berglandschaft, gemütlichen Lodges und lebendiger LGBTQ+-Atmosphäre macht die Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis für Bears, Cubs, Chasers und ihre Freunde. Definitiv einer unserer besten Big Bear Lake LGBTQ+-Reisetipps.
Für alle, die ihre Reise nach Big Bear Lake mit queeren Events verbinden möchten, lohnt sich ein Blick in unseren ausführlichen Gay Bear Travel Guide sowie in unseren Artikel über die wichtigsten Gay Bear Events weltweit. Diese beiden Ressourcen helfen dabei, das Big Bear Romp optimal in eine LGBTQ+-freundliche Roadtrip- oder Urlaubsgestaltung einzubinden.
3. Wintersport in den Skigebieten am Big Bear Lake
Big Bear Lake ist nicht nur im Sommer und Herbst ein ideales Reiseziel – im Winter verwandelt sich die Region in eines der beliebtesten Skigebiete Südkaliforniens. Die Berge rund um Big Bear Lake bieten mehrere Resorts wie Snow Valley, Snow Summit und Bear Mountain, die für abwechslungsreiche Pisten, Snow Parks und gemütliche Bergrestaurants bekannt sind. Die Kombination aus alpinem Flair, kalten Nächten und sonnigen Wintertagen macht Big Bear Lake zu einem besonders attraktiven Spot für queere Wintersportfans.
Auch wenn Big Bear selbst (noch) keine eigene große Gay Ski Week veranstaltet, lässt sich ein Winterurlaub hier perfekt mit der LGBTQ+-Wintersportszene verbinden. Wer gezielt nach queeren Ski- und Snowboard-Events sucht, findet in unserer Übersicht zu den internationalen Gay Ski Weeks sowie in unserer Liste aller LGBTQ+ Ski Events weltweit viele Inspirationen. Ob Kanada, die USA oder Europa – Big Bear Lake ist ein großartiger Ausgangspunkt für alle, die Natur, die queere Community und Wintersport vereinen möchten.

Abreise ins Yucca Valley zum Joshua-Tree-Park
Am Morgen unseres 5. Tages in Big Bear Lake war es dann schon wieder so weit: Unsere Abreise stand an – viel früher, als wir es uns gewünscht hätten. Big Bear Lake hatte uns in diesen Tagen mit seiner Entschleunigung, der Nähe zur Natur und dem milden Herbstwetter vollkommen eingenommen. Wir hätten ohne Zögern noch länger bleiben können. Doch unser nächstes Ziel sollte nicht weniger spektakulär sein.

Die Fahrt führte uns zunächst bergab in die Wüste nördlich von Big Bear Lake, hinein ins Lucerne Valley. Mit jedem Kilometer Richtung Tal veränderte sich die Landschaft spürbar. Die dichten Wälder und farbenfrohen Herbstbäume verschwanden, die Luft wurde trockener und der Horizont öffnete sich. Schnell wandelte sich die Vegetation: Aus Nadelwäldern und Eichen wurden Creosote-Büsche, Yucca-Palmen, kleinere Wüstensträucher und schließlich die ersten Joshua Trees. Diese charakteristischen Pflanzen wachsen ausschließlich im Südwesten der USA und kündigen eindrucksvoll die Übergangszone zwischen der Mojave- und der Colorado-Wüste an.

Die Temperaturen stiegen innerhalb kürzester Zeit deutlich an, und die schier endlosen, weitläufigen Ebenen wirkten wie ein ganz neues Kapitel unseres Roadtrips. Die Tierwelt dieser Region ist ebenso bemerkenswert: Wüstenhasen, Roadrunners, Wüstenschildkröten, Präriewölfe (Coyotes) und verschiedene Eidechsenarten gehören zu den typischen Bewohnern dieser kargen, zugleich faszinierenden Landschaft.
Schließlich erreichten wir das Yucca Valley – das Tor zum Joshua-Tree-Nationalpark – und die ganz besondere Unterkunft unserer Freunde, John und Kit. Mehr zu unserem Aufenthalt in, am und rund um den Joshua-Tree-Nationalpark gibt es hier (Links zu diesen neuen Artikeln unserer Roadtrip-Serie folgen in den kommenden Tagen).

Unsere Big Bear Lake LGBTQ+ Reisetipps für deinen Kalifornien-Roadtrip
Big Bear Lake hat uns in nur wenigen Tagen genau das geschenkt, wonach wir uns nach dem Trubel von West Hollywood gesehnt hatten: Ruhe, Natur und diese besondere, klare Herbstluft, die einen sofort erdet.
Die Mischung aus farbenfrohen Wäldern, gemütlichen Lodges, herzlicher Gastfreundschaft und LGBTQ+-freundlicher Atmosphäre macht diesen Ort zu einem einzigartigen Stopp für queere Reisende, die Südkalifornien von seiner entspannten Seite erleben möchten.
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Zwischen Wanderwegen, kreativen Workshops, gemütlichen Abenden am See und kleinen Abenteuern wie dem Mineshaft Coaster haben wir hier genau den Roadtrip-Moment gefunden, der uns verbindet: Zeit zu zweit, verbunden mit Natur, Freiheit und Leichtigkeit.
Und doch war Big Bear Lake erst der zweite Stopp unserer Rundreise. Von hier führte uns der Weg weiter in die Wüste – zu den weiten Ebenen des Yucca Valley, unserem nächsten großen Kapitel, dem Joshua Tree National Park. Big Bear Lake eignet sich perfekt für LGBTQ-Outdoor-Reisen in Kalifornien. Wenn du also Lust hast auf herbstliche Bergluft, LGBTQ+-freundliche Orte und Momente, die dich entschleunigen, dann ist Big Bear Lake ein perfekter Zwischenstopp auf deinem Roadtrip durch Südkalifornien.
LGBTQ+-freundlich weiterreisen mit dem Auto durch Südkalifornien
Wenn du deinen eigenen Roadtrip durch Südkalifornien planst, findest du auf unserer Website zahlreiche Tipps zu LGBTQ+-freundlichen Destinationen, Wanderungen, Unterkünften und Gay-Events. Interessiert an queeren Outdoor-Erlebnissen, Ski Weeks oder weiteren Bergdestinationen? Wir fügen auch regelmäßig neue Artikel über Themenparks in Kalifornien hinzu, wie zum Beispiel dem Disneyland in Anaheim, Six Flags Magic Mountain in Santa Clarita oder Universal Studios Hollywood in Universal City. Dann stöbere in unseren Guides – oder schreib uns direkt für persönliche Empfehlungen. Oder folge uns auf Facebook, Threads, TikTok, YouTube und Instagram. Wir freuen uns auf dich! Karl & Daan.
Hinweis: Diese Reise wurde in enger Zusammenarbeit mit KLM Royal Dutch Airlines, Visit California und Visit Big Bear Lake ermöglicht. Dennoch basieren unsere Meinungen und Texte wie immer auf unseren ganz persönlichen Erfahrungen. Alle Fotos und Videos in diesem Artikel haben wir selbst aufgenommen.


