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A Couple of Men
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Willk
ommen! Wir sind Karl und D
aan aus Amsterdam.


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Karls Outing: „Ich habe einen Sohn – Ich bin ein schwuler Papa“ | Folge 1

Lange habe ich mit mir gerungen was denn die beste und vor allem sicherste Art und Weise ist, unser Regenbogen-Familienglück mit euch und der Welt zu teilen. Möchten wir doch unsere Familien und natürlich vor allem unsere Kinder schützen. Die wichtigste Motivation für diesen Artikel, also mein Outing als Papas quasi, war dann letztendlich die Möglichkeit, auf die vielen Fragen aus der Familie und von Freunden eine Antwort geben zu können, und um weitere Regenbogenfamilien mit Kinderwunsch zu unterstützen. Denn wie ihr euch sicher vorstellen könnt, erhielten wir nach einem privaten Post eines Ultraschallbildes unzählige Nachrichten von Freunden und Familienangehörigen, die entweder einfach nur neugierig und unterstützend auf uns zukamen oder, die hilfesuchend für die eigene Familienplanung mehr über unserer Geschichte und die Möglichkeit der Samenspende und künstlichen Befruchtung erfahren wollten.

Es ist Sonntag und eigentlich müssten wir an weitaus „wichtigeren“ Dingen arbeiten, Reiseberichte schreiben, auf Instagram posten und Rechnungen vorbereiten. Doch ein Sommer-Wochenende im August hat Spuren hinterlassen, kleine Tapsen zwar nur, doch mit einer großen Wirkung. Nach reichlicher Überlegung ist nun die Zeit gekommen, meine Geschichte zu erzählen. Denn es ist bereits ein Jahr vergangen, seit dem mein erstes Kind auf die Welt kam. Blonde Locken, tief braune Augen und ein Lächeln, dass wirklich jeden Eisberg zum schmelzen bringt verzaubern jeden, von der Oma bis zum Onkel. „Ganz der Papa“, sagen die einen, „ganz die Mama“, die anderen. Doch am Ende zählt nur eines: Es ist unser Kind, es ist gesund und munter – Wir haben eine Regenbogen-Familie. Seid gespannt auf unser etwas anderes Couple of Men Abenteuer, als Regenbogenfamilie.

 

 

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Regenbogenfamilie Jahr 1

Dieser erste, sehr persönliche Artikel zum Thema Regenbogenfamilie auf unserem Blog soll euch einen kleinen Einblick in die vergangenen 10 Jahre geben, in denen erst ich, dann wir als schwules Männerpaar gemeinsam mit einem lesbischen Freundespärchen eifrig geplant, verzweifelt geweint und dann wieder gehofft haben. Ein Jahr nach der Geburt unseres Sohnes verbrachten wir in diesem Sommer ein erstes gemeinsames, regenbogen-buntes, wirklich magisches Wochenende mit der gesamten (!) Familie. Die Geschichte über unser Familienglück soll aber auch die schwierige Lage von gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kinderwunsch thematisieren. Denn auch zwei Jahre nach der Gleichstellung der Ehe in Deutschland, auch Ehe für Alle genannt, können lesbische und schwule Paar noch immer nicht rechtlich einwandfrei (vor allem durch eine hinterher hinkende Gesetzgebung) und mir der Unterstützung von Ärzten und Kliniken eine Familie gründen. Persönlich hoffen ich natürlich, dass ich zweifelnde und unsichere LGBTQ+ Paare mit unserer Story inspirieren kann eine eigene Regenbogenfamilie zu gründen und weitere, glückliche von LGBTQ+ Eltern aufgezogene Kinder in die Welt zu bringen.

 

 

Alles begann mit einer 10-jährigen Freundschaft

Doch zurück auf Anfang. Und hier geht es zunächst einmal um die gemeinsame Freundschaft von mir, Karl, mit der Mutter unseres ersten Kindes. Vor über 10 Jahren kreuzten sich unsere Wege zum ersten Mal, als Teil einer gemeinsamen Freundesclique. Schon damals mochten wir beide die ungezwungene Freundschaft, die uns verband. Auf gemeinsamen Reisen lernten wir uns dann zudem näher kennen. Der Grundstein für unsere regenbogenfarbene Familienzukunft war gelegt. Nur wenige Monate später lernte sie dann ihre Frau für’s Leben kennen. Unsere gemeinsamen Wege entfernten sich voneinander, vorläufig. Obwohl wir in andere Städte umzogen, blieben wir dennoch weiterhin in Kontakt via E-Mail und Facebook. Bis ich eines Tages eine Einladung für ein gemeinsames Abendessen im Facebook-Postfach hatte, nur die zwei Mädels und ich. Einfach so.

 

DER Abend – DIE Frage – Nur eine Antwort

Es war wunderbar das lesbische Paar, meine Freunde, nach so langer Zeit wiederzusehen. Wir hatten uns viel zu erzählen, von neuen Freunden, der neuen Wahlheimat und so Beziehungsdingen, die Freunde einfach wissen müssen. Es war schon immer besonders, dass wir als schwul-lesbische Freunde so gut und einfach Zeit zusammen verbringen konnten. Natürlich viel mir bei all der Freude auch auf, dass beide mit der Zeit immer ungeduldiger und ungewohnt nervös wurden. Ein paar Schnitzel, Bratkartoffeln und Hefeweizen später war es dann soweit und die Frage aller Fragen wurde ausgesprochen:

Kannst du dir vorstellen, der Vater unserer Kinder zu werden?

Bähm, da war sie, einfach so, unverblümt und gerade raus – die Frage aller Fragen. Ich weiss noch, wie aufgeregt ich wurde, mir die Röte ins Gesicht stieg und ich gleichzeitig vor Freude nur noch eines hervor brachte:

Natürlich! Ja! Es wäre mir eine Ehre!

Sichtlich erleichtert lachten wir alle auf. Verschämt und gleichzeitig so glücklich lächelten wir uns alle an und bestellten gleich noch ein extra Bier. Die Katze war aus dem Sack, doch wie sollte es weiter gehen? Wie ihr euch vorstellen könnt, stand das nicht mehr auf dem Abendprogramm. Doch der Grundstein war gelegt, wir wollen gemeinsam das Projekt Regenbogenfamilie angehen.

 

Und wie geht es weiter? Fragen! Antworten?

Wann? Wie? Mit welchen Rechten und Verpflichtungen? Das galt es jetzt heraus zu finden, abzusprechen und zu klären, denn eines stand fest, es würde kein einfacher Weg werden. Denn die Gesetze der Wahlheimat des lesbischen Paares lassen keine Samenspende für gleichgeschlechtliche Paare zu, ganz zu schweigen von der Option dies mit einem bekannten Spender durchzuführen. Außerdem konnten wir keine Hilfe von Ärzten des Landes bei der gemeinsamen Familienplanung erwarten. Fragen über Fragen und kaum Antworten: Wie steht es mit dem Adoptionsrecht? Sind gesetzliche Unterhaltszahlungen verpflichtend? Was ist, wenn einer der Partner, in dem Fall ich als Spender, von allen Rechten zurück treten möchte? Wir vereinbaren wir das gemeinsame oder getrennte Sorgerecht?

 

Unterstützung von Regenbogenfamilien auch in Europa

Glücklicherweise gibt es in anderen europäischen Ländern sehr wohl die Möglichkeit, ärztliche Hilfe rechtlich abgesichert bei der Planung einer Regenbogenfamilie zu bekommen und sogar die Samenspende offiziell über eine Samenbank inklusive Tests und Insemination in Kinderwunschkliniken durchführen zu lassen. Das Abenteuer Familie unterm Regenbogen konnte also weitergehen, auf Umwegen. Zunächst noch ohne Daan, denn den hatte ich bis dato noch nicht einmal kennengelernt. Auch dieses Thema sollte noch spannend werden. Mehr dazu in Folge 2. Erst einmal vereinbarten wir regelmäßige Skype-Telefonate, die vor allem an mir oft scheiterten. Trotz erster Euphorie stand gerade am Anfang unserer gemeinsamen Rainbow Family Reise eine Familienplanung bei mir so gar nicht auf der Tagesordnung. Und dann trat auch noch Daan in mein Leben und mein Umzug nach Amsterdam stand an, sodass das Thema Regenbogenfamilie schnell in den Hintergrund trat. Doch dank der Hartnäckigkeit und schier endlosen Geduld der beiden zukünftigen Mütter konnten wir Stück für Stück gemeinsame Antworten finden und immer neue Herausforderungen angehen.

 

Ehrlichkeit ist das A & O in einer Regenbogenfamilie

Das Fundament für das Gelingen unserer Regenbogenfamilie lag für uns von Anfang an im offenen und ehrlichen Umgang miteinander, gerade aber nicht nur bei wichtigen Entscheidungen. Viel Vertrauen war notwendig, das wir zueinander erst aufbauen mussten. Zudem half mir die klare Absprache über Rechte und Pflichten dabei, die Entscheidungen der Mamas zu respektieren und alles was für unseren gemeinsamen Kinder beschlossen wird, zu wertschätzen und zu akzeptieren. Uns erreichten viele Fragen, zum Beispiel wie wir das rechtlich handhaben, mit oder ohne einen Vertrag, wie oft wir den kleinen Sehen und wer denn nun eigentlich die Erziehungsberechtigten sind. Wir haben uns entschieden, alles auf Freundschaftsbasis zu regeln. Lange Telefonate mit unzähligen Gesprächen gingen dem voraus und finden auch weiterhin statt. Gerade nach unserem ersten gemeinsamen Wochenende in Familie merken wir, das alle etwaigen Unterschiede im wie und wo wir aufgewachsen sind letztendlich egal sind. Die Motivation und der Antrieb für alle Entscheidungen ist das Wohlbefinden unseres Nachwuchses und das Bewusstsein, dass alle Erfahrungen einen Menschen prägen und ihn so auf die eigene Zukunft vorbereiten. Dazu zählt aber natürlich auch die ganze Regenbogenfamilie.

 

 

Baby-Schuhe zum Geburtstag

Mein Outing kam spät, erst im Alter von 18 Jahren. Damals lebte ich noch in einem kleinen, sehr konservativen Dorf im Osten Deutschlands, das ich dann mit dem Outing auch verließ. Für meine Eltern war es damals nicht so einfach meine Homosexualität zu akzeptieren. Doch mit der Zeit lockerte und wandelte sich das Verhältnis. Heute ist das Verhältnis mehr als herzlich. Gern bezeichnen meine Eltern Daan als ihren dritten Sohn und sehen ihn als festen Teil der Familie. Trotzdem habe ich meine Eltern komplett aus der Entscheidungsfindung und dem Prozess der Familienplanung herausgehalten. Zum einen natürlich, weil das Verhältnis vor 10 Jahren noch nicht so gut war, zum anderen, wollte ich sie nicht enttäuschen, falls es nicht klappen sollte. Ich hoffte so sehr, dass es es funktionieren würde, dass ich bis zum Ultraschallbild warten wollte. Dass das dann genau zum 60. Geburtstag meines Vaters passierte, konnte ich natürlich nicht ahnen. Kurzum, zum Geburtstag gab es eine kleine Geschenkbox mit einem Babyschuh und einem Ultraschallbild.

 

 

Von Unverständnis über Tränen zu absoluter (Vor)Freude

Es war ein gewagtes Unterfangen, denn ich hatte keine Ahnung was mich als Reaktion erwarten würde. Von endloser Euphorie bis totaler Ablehnung war alles möglich. Ich spanne euch nicht länger auf die Folter, denn es gab von beidem etwas. Meine Mutter öffnete das Päckchen und begann wie verrückt durch den Raum zu tanzen und dabei zu rufen: „Ich werde Oma, ich werde endlich Oma!“ Dem gegenüber saß ein völlig verstörter und perplexer Vater, der einfach nicht verstehen konnte, was dieses kleine Paar Schuhe in der Geschenkbox jetzt für ihn zu bedeuten hatten. Er brauchte erst einmal eine Brise frische Luft während ich ihm alles über unseren Plan, die Absprachen und die Mamas erzählte. Die Aussicht, dass er wirklich bald einen leiblichen Enkelsohn oder Enkeltochter haben sollte, sank langsam in sein Herz. Schon wenige Tage später erhielten wir einen Anruf, dass mein Vater offiziell begonnen hatte, als Opa Pläne zu schmieden. Unser gemeinsames Sommer-Wochenende wischte dann alle Zweifel weg, denn man kann sich wohl kaum einen stolzeren Großvater vorstellen, als meinen Papa.

 

 

 
 
 
 
 
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Und so geht es weiter

Das letzte Jahr war geprägt durch intensiven Kontakt über WhatsApp mit zahlreichen Bildern, Videos und Nachrichten, die jeden kleinen Schritt dokumentieren. Seit seiner Geburt im letzten Jahr, besuchten wir meinen Sohn bereits drei Mal und feierten sogar gemeinsam das Weihnachtsfest. „Going with the flow“ heißt derzeit unser Motto. Und auch wenn er genetisch eine Junge ist, wollen wir ihm so viele Freiheiten und Möglichkeiten wie nur möglich lassen. Denn sowohl sein Geschlecht, seine sexuellen Vorlieben oder mit welchem Geschlecht er sich später selbst identifizieren möchte, soll ihm ganz und gar selbst überlassen bleiben. Im Gegensatz zu mir spielt er lieber mit Autos anstelle mit Puppen. Aber wer weiss was die Zukunft noch bringen wird.

 

Wenn eine Regenbogenfamilie zusammen wächst

Das war Folge 1 unserer Reihe zum Thema Regenbogenfamilie. Auf unserem Blog soll es sich vor allem um mich und meine Erfahrungen als schwuler Vater drehen, bin ich doch derjenige von uns beiden, der den Kinderwunsch verfolgte und auch die Samenspende im Ausland durchführte. Das gemeinsame Sommer-Wochenende markierte dann auch die erste Ausgabe eines Sommerfestes, bei dem alle beteiligten Familien eingeladen waren den erfolgreichen gemeinsamen Start unserer Regenbogenfamilie zu feiern und sich auf viele gemeinsame Stunden mit unseren Kindern zu freuen. Sogar eine der beiden Uromas war mit dabei. Denn egal wie das Leben am Ende in die Welt gelangt, wichtig ist, dass wir mit Liebe einem Wunsch folgen, bei dem sich alle beteiligten gemeinsam für das Glück der eigenen Kinder einsetzen, um es auf die Herausforderungen des Lebens bestens vorzubereiten. Und Baby Nummer zwei ist schon auf dem Weg

Willst du mehr von uns beiden, einem schwulen Reise-Blogger-Paar aus Europa, erfahren oder sehen? Dann folge uns auf Instagram, Twitter, YouTube, und Facebook! Wir sehen uns bei der nächsten Gay Pride  oder irgendwie auf dieser wunderbar bunten Welt!

Karl.

 
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