Als Karl 2002 zum ersten Mal den CSD in Dresden besuchte, begann etwas, das ihn bis heute begleitet. Damals stand er als junger Mann am Straßenrand und sah zum ersten Mal, was queere Sichtbarkeit bedeuten kann. Pride hatte Gesichter, Stimmen und eine Kraft, die für ihn lange nachwirkte. Im Juni 2026 führte uns dieser Weg als Couple of Men zurück nach Dresden. Zurück in die Stadt, in der für ihn vieles begann. Es war ein Wiedersehen mit vertrauten Augenblicken und einer Community, die queeres Leben in Dresden offen, herzlich und kraftvoll in die Stadt trägt. Dresden zeigt sich lebendig, voller Begegnungen, und bewirbt sich mit einer engagierten Community um die EuroPride 2029.
– bezahlte Zusammenarbeit mit Visit Dresden –

Dresden, die Stadt von damals und heute
Viel ehrenamtliches Herzblut ist in den vergangenen Jahren in das queere Leben der sächsischen Landeshauptstadt geflossen. Wir konnten bei unserem Besuch des CSD Dresden 2026 spüren, warum diese Stadt eine europäische Pride mit Haltung, Offenheit und Wärme füllen könnte. Die Region um Dresden ist für Karl ein Ort voller biografischer Spuren. Hier ist er aufgewachsen. Hier fanden die ersten Schritte des eigenen Coming-outs statt.

Und hier entstand das erste Bewusstsein dafür, dass queeres Leben einen Platz in der eigenen Welt und in einer aufgeschlossenen Gesellschaft haben kann. Die Silhouette der Altstadt, die Brücken über die Elbe, das Licht auf den Sandsteinfassaden, das geschäftige Treiben in der Neustadt: All das wirkt vertraut und neu zugleich. Viele Momente tragen diese Erinnerungen bis heute in sich. Immer wieder sprudeln die Geschichten aus Karl heraus.

Und doch hat sich der Blick auf die Stadt über die Jahre gewandelt. Dresden ist eine Stadt mit Geschichte und Bewegung. Gerade das macht sie als Pride-Ort so spannend. Während des CSD-Wochenendes zeigte sich diese Mischung auf besondere Weise. Historische Kulissen trafen auf Regenbogenflaggen, junge queere Stimmen und langjähriges Engagement, auf Alltag und auf eine politische Demonstration. Die Stadt wirkte offen für Begegnungen.
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Karls erste CSDs in Dresden
Der erste CSD bleibt oft unvergesslich. Für Karl war das 2002 in Dresden. Damals war vieles noch in Bewegung. Fragen standen im Raum, Gefühle waren da, Worte fehlten oft noch. Und doch hatte dieser Tag sofort große Klarheit. Auf den Straßen waren Menschen, die sichtbar, mutig und selbstverständlich ihren Platz einnahmen.

Es waren nicht nur die Flaggen oder die Musik. Es war das Gefühl, dass es andere Gleichgesinnte gibt. Menschen, die ähnliche Wege gehen und sich zeigen. Menschen, die im öffentlichen Raum deutlich machen, dass queeres Leben hier stattfindet, sei es beim Händchenhalten im Einkaufszentrum oder beim Kuss zweier Männer oder Frauen im Park. Für einen jungen Mann auf der Suche nach Orientierung kann ein solcher Moment lebensverändernd sein.

Was damals auf Dresdens Straßen begann, hat viele Jahre später noch Gewicht. Der erste CSD wurde zu einem inneren Bezugspunkt. Er stand für die Möglichkeit, den eigenen Weg nicht allein gehen zu müssen, und markierte zugleich den Anfang einer langen Verbindung mit der LGBTQ+ Community, der Sichtbarkeit und dem Engagement. In den darauffolgenden Jahren begann Karls aktivistische und soziale Arbeit. Er engagierte sich im Schulprojekt für Aufklärung und organisierte sogar Teile des CSDs in Dresden mit. Er wollte mit seiner Arbeit etwas bewirken. Ein Wunsch, der bis heute anhält.
Zurück auf denselben Straßen
24 Jahre nach diesem ersten CSD wieder in Dresden zu sein, fühlte sich besonders an. Manche Orte tragen Erinnerungen so deutlich in sich, dass sie sofort wieder da sind. Ein Blick auf die Elbe. Ein Weg durch die Innenstadt. Stimmen, Farben, Schritte auf Brücken und Plätzen. Vergangenheit und Gegenwart lagen an diesem Wochenende oft ganz nah beieinander. Diesmal waren wir gemeinsam dort, als Ehepaar, mit Kameras, vielen Gesprächen und dem Wunsch, diesen Tag so festzuhalten, wie er sich angefühlt hat. Als Rückkehr. Als Weitergehen. Als Teil einer Geschichte, die heute größer ist als damals.

Karl erzählt von Begegnungen mit besonderen Menschen, von seiner Freiwilligenarbeit für den Gerede e.V. und von seinen ersten Partnern. Unser gemeinsames Foto mit unserer Pride-Flagge vor der Dresdner Altstadt steht für einen steinigen und zugleich farbenfrohen Weg. Vom jungen Mann, der 2002 zum ersten Mal Pride erlebte, bis hin zu einem Leben, in dem Sichtbarkeit, Liebe und queere Geschichten selbstverständlich ihren Platz haben.

CSD Dresden 2026 in Bildern
Der CSD Dresden 2026 war voller Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Regenbogenflaggen im Wind. Schilder mit klaren Botschaften. Lachende Gesichter. Umarmungen. Freundesgruppen. Familien. Community-Organisationen. Drag Artists. Menschen aus Dresden und Gäste aus dem Umland. Dazu diese besondere Kulisse zwischen historischer Stadt und gegenwärtiger Bewegung.

Besonders schön war die Vielfalt der Begegnungen. Junge queere Menschen, für die Pride Teil ihres eigenen Aufbruchs ist. Ältere Community-Mitglieder, die Geschichte und Erfahrung mitbringen. Familien mit Kindern, die den CSD in Dresden gemeinsam erleben. Vereine und Initiativen, die oft das ganze Jahr über die Basis für Sichtbarkeit und Austausch bilden. Künstler:innen, Performer:innen und Unterstützer:innen, die dem Tag Farbe, Haltung und Energie verleihen.

Auch das Wetter, das Licht und die Bewegung in der Stadt machten viele Momente besonders. Obwohl es zunächst regnete, ließen sich die Demonstrat:innen nicht demotivieren. Pride lebt von großen Bildern und kleinen Gesten. Ein kurzer Blick. Eine Hand auf einer Schulter. Zwei Menschen, die sich anlächeln. Eine Gruppe, die gemeinsam tanzt. Gerade diese Details fangen die Stimmung eines Pride-Tages so wunderschön ein.


Warum Pride gerade jetzt sichtbar bleiben muss
Der CSD Dresden 2026 fand in einem Moment statt, in dem Sichtbarkeit eine besondere Bedeutung hatte. In Sachsen und in vielen Teilen Ostdeutschlands wird intensiv darüber diskutiert, wie offen, vielfältig und solidarisch die Gesellschaft heute sein will. Queere Menschen erleben an vielen Orten Unterstützung, starke Netzwerke und zunehmende Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig ist spürbar, dass demokratische Werte, gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Sicherheit marginalisierter Gruppen in weiten Teilen des Bundeslandes aktiv unter Beschuss stehen.

Diese Entwicklung reicht weit über Sachsen hinaus. Weltweit werden queere Rechte angegriffen und stehen im Zentrum politischer Debatten. Besonders Trans-Menschen erleben in vielen Ländern, wie stark ihre Lebensrealitäten diskutiert, reguliert und politisch instrumentalisiert werden. Gerade deshalb bleibt Pride wichtig. Als gelebte Öffentlichkeit. Als Raum, in dem Menschen sich zeigen, einander stärken und gemeinsam sichtbar machen, dass Vielfalt zum gesellschaftlichen Leben gehört.

In Dresden war genau das auf den Straßen zu spüren. Dieser CSD hatte Wärme, Klarheit und Haltung. Er zeigte eine Community, die zusammenkommt, einander unterstützt und im öffentlichen Raum sichtbar bleibt. Diese Haltung sendet ein starkes Zeichen für eine offene Gesellschaft, die jedoch leider nicht selbstverständlich ist. Errungenschaften auf dem Gebiet der Gleichstellung müssen auch weiterhin verteidigt werden.

EuroPride 2029 in Dresden, in einer Stadt, die Europa etwas erzählen kann
Dresden bewirbt sich um die EuroPride 2029. Dieser Gedanke wirkte an diesem Wochenende sehr konkret. Die Stadt bringt vieles mit, was eine europäische Pride prägt. Geschichte, Symbolkraft, kulturelle Tiefe, eine engagierte queere Community und eine Lage, die Dresden als Ort des Austauschs in Europa ins Zentrum rückt.

2029 werden sich 40 Jahre Mauerfall jähren. Dieser historische Bezug verleiht der Bewerbung Gewicht. Dresden steht für Erinnerung, Wandel und die Frage, wie Menschen und Gesellschaften zusammenfinden. Eine EuroPride in Dresden könnte genau hier ansetzen. Sie könnte zeigen, wie queere Sichtbarkeit, demokratische Kultur und europäische Verbundenheit zusammengehören.

Für viele internationale Gäste ist Deutschland im queeren Reisekontext vor allem mit Berlin verbunden. Dresden eröffnet eine andere Perspektive. Die Stadt zeigt, wie lebendig, kreativ und herzlich die Community auch außerhalb der bekannteren deutschen Metropolen ist.

Darin liegt viel Kraft. Eine EuroPride in Dresden würde Gäste in eine wunderschöne Stadt bringen und den Blick auf eine Region lenken, in der Sichtbarkeit, Zusammenhalt und Dialog viel für eine weltoffene Lebenseinstellung in der Gesellschaft bedeuten können.

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Vom ersten CSD zur eigenen Mission
Was 2002 mit einem ersten Pride-Moment begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre weiter. Aus eigener Erfahrung wuchs der Wunsch, sich einzubringen. Dazu gehörten Community-Arbeit, Engagement, Begegnungen mit queeren Organisationen und das Gefühl, dass Sichtbarkeit gesellschaftlich etwas bewirkt.

Auch daraus ist später unsere gemeinsame Arbeit entstanden. Couple of Men ist aus der Idee hervorgegangen, Reisen, persönliche Perspektiven und queere Geschichten miteinander zu verbinden. Orte werden für uns durch die Menschen lebendig, die sie prägen. Reisen heißt für uns, Geschichten sichtbar zu machen, Erfahrungen zu teilen und Räume zu zeigen, in denen queeres Leben stattfindet und sicher ist.

Dresden heute als queeres Reiseziel
Wer den CSD Dresden besucht, erlebt zugleich eine Stadt, die sich hervorragend für einen längeren Aufenthalt eignet. Die Altstadt mit ihren historischen Gebäuden, Museen und Uferwegen, die Neustadt mit Cafés, Bars, kleinen Läden und kreativer Energie, dazu die Elbe, die Brücken und die weiten Blicke über die Stadt ergeben eine Mischung, die Dresden so besonders macht.
Lesetipp: Unser Dresden LGBTQ+ Travel Guide

Gerade für queere Reisende liegt der Reiz oft in dieser Kombination. Dresden ist kulturell reich, gut erreichbar und während des Pride-Wochenendes spürbar von der queeren Community getragen. Viele Eindrücke liegen dicht beieinander. Morgens ein Spaziergang an der Elbe, tagsüber Pride auf den Straßen, abends Gespräche, Begegnungen und Sommerlicht in der Stadt. So entsteht ein Stadterlebnis, das lange bleibt.

Wer Dresden zum ersten Mal besucht, entdeckt schnell, wie vielseitig die Stadt ist. Wer zurückkehrt, sieht oft noch mehr. Zwischen Architektur, Geschichte, queerer Community und gelebter Offenheit entsteht ein Gefühl von Nähe. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum sich dieser CSD für uns so stark angefühlt hat.
Was uns von diesem Wochenende bleibt
Am Ende dieses Pride-Wochenendes blieb vor allem ein Gefühl der Verbundenheit. Zwischen Erinnerungen und Gegenwart, Stadt und Community, zwischen einem ersten CSD im Jahr 2002 und einem gemeinsamen Weg im Jahr 2026. Manche Geschichten lassen sich erst mit Abstand in ihrer ganzen Bedeutung erkennen. Diese gehört für uns dazu.
Dresden hat an diesem Wochenende gezeigt, wie viel Pride in einer Stadt bewegen kann. Sichtbarkeit schafft Nähe. Community schafft Räume. Geschichten verbinden Menschen über Jahre hinweg. Genau darin liegt die Kraft solcher Tage. Sie begleiten einen weiter.
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Mit Blick auf die EuroPride 2029 hat Dresden Europa viel zu erzählen. Von Geschichte. Von Wandel. Von Zusammenhalt. Von queerer Sichtbarkeit. Und von Menschen, die ihre Stadt mit Offenheit, Haltung und Herz prägen. Wir drücken dem CSD e. V. in Dresden die Daumen bei der Bewerbung um die EuroPride 2029.
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Hinweis: Diese Reise wurde in enger Zusammenarbeit mit KLM Royal Dutch Airlines und VisitDresden ermöglicht. Dennoch basieren unsere Meinungen und Texte, wie immer, auf unseren ganz persönlichen Erfahrungen. Alle Fotos und Videos in diesem Artikel haben wir selbst aufgenommen.


